Lenormandkarten lernen: passende Lerntipps für jeden Lerntyp
Du möchtest die Lenormandkarten lernen – aber vielleicht hast du längst festgestellt, dass nicht jede Lernmethode gleich gut zu dir passt.
Manche Menschen können sich die Bedeutung einer Karte besonders gut merken, wenn sie das Kartenbild vor sich sehen. Andere sprechen eine Deutung lieber laut aus, schreiben sich wichtige Gedanken auf oder müssen die Karten tatsächlich auslegen und ausprobieren, bevor das Gelernte hängen bleibt.
Vielleicht erkennst du dich darin wieder.
Oft wird in diesem Zusammenhang von verschiedenen „Lerntypen“ gesprochen: zum Beispiel vom visuellen, auditiven, kommunikativen oder motorischen Lerntyp. Diese Einteilung ist zwar sehr bekannt, sollte aber nicht als starre Schublade verstanden werden.
Wissenschaftlich lässt sich nicht belegen, dass Menschen grundsätzlich besser lernen, wenn Lerninhalte ausschließlich an einen bestimmten Lerntyp angepasst werden. Viel sinnvoller ist es, verschiedene Lernwege miteinander zu kombinieren und herauszufinden, welche Methode dir bei welcher Aufgabe hilft.
Und genau das ist beim Lenormandlernen besonders interessant.
Denn Kartenbedeutungen merken, Zusammenhänge verstehen und mehrere Karten schließlich selbstständig deuten sind unterschiedliche Aufgaben. Eine einzige Lernmethode muss deshalb gar nicht für alles die beste sein.
In diesem Artikel schauen wir uns verschiedene Lernwege an und überlegen ganz praktisch: Was kannst du ausprobieren, damit dir das Lernen leichter fällt – ohne dich selbst in einen bestimmten Lerntyp einordnen zu müssen?
Wenn dir Bilder beim Lernen helfen
Die Lenormandkarten machen es uns hier eigentlich ziemlich leicht: Jede Karte bringt bereits ein eigenes Bild und ein Symbol mit. Genau das kannst du beim Lernen für dich nutzen.
Statt dir nur einzelne Begriffe einzuprägen, schau dir die Karte bewusst an. Was fällt dir zuerst auf? Welche Gedanken verbindest du ganz selbstverständlich mit dem dargestellten Symbol?
Bei der Karte „Der Hund“ wirst du beispielsweise wahrscheinlich schneller an Treue, Freundschaft oder Verlässlichkeit denken, wenn du das Bild tatsächlich vor dir siehst, als wenn du lediglich eine Liste mit Begriffen auswendig lernst.
Hilfreich können außerdem Karteikarten sein. Auf die Vorderseite kommt das Kartenbild, auf die Rückseite deine wichtigsten Grundbegriffe oder eine kurze eigene Erklärung. So verbindest du Bild und Bedeutung miteinander.
Auch beim Lernen mit Videos kann die visuelle Unterstützung sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Bilder zu sehen, sondern dass das Gezeigte zum Lerninhalt passt. Wenn eine Erklärung direkt mit der entsprechenden Lenormandkarte oder einem kleinen Kartenbild verbunden ist, lässt sich der Zusammenhang leichter nachvollziehen.
Mein Tipp: Probiere es aus. Wenn du nach einiger Zeit beim Anblick einer Karte ihre wichtigsten Grundthemen abrufen kannst, hilft dir diese Lernweise offenbar. Wenn nicht, ist das kein Zeichen dafür, dass du „der falsche Lerntyp“ bist. Dann ergänzen wir einfach einen anderen Lernweg.
Wenn du dir Inhalte gut über das Hören merkst
Manchmal hilft es, eine Kartenbedeutung nicht nur zu lesen, sondern sie auch zu hören. Das lässt sich beim Lenormandlernen ganz unkompliziert ausprobieren.
Nimm beispielsweise eine Karte in die Hand und erkläre ihre Bedeutung mit deinen eigenen Worten laut – so, als würdest du sie gerade jemand anderem erklären.
Du kannst deine kurze Erklärung auch mit dem Smartphone aufnehmen und später noch einmal anhören. Dabei merkst du oft erstaunlich schnell, ob du die Bedeutung wirklich verstanden hast oder lediglich einige Begriffe auswendig wiederholst.
Ein kleines Beispiel:
Statt beim Fuchs nur „Vorsicht, Täuschung, Schlauheit“ aufzuzählen, könntest du sagen:
„Beim Fuchs geht es für mich darum, genauer hinzusehen. Etwas könnte anders sein, als es zunächst erscheint.“
Damit wird aus einzelnen Stichworten bereits eine verständliche Aussage.
Auch Videos oder gesprochene Erklärungen können dich unterstützen. Wichtig ist jedoch nicht, dass du dich deshalb als „auditiven Lerntyp“ einordnest. Entscheidend ist nur die Frage: Hilft dir das Hören dabei, einen Zusammenhang besser zu verstehen oder dich später daran zu erinnern?
Wenn dir Erklären und Austausch beim Lernen helfen
Manchmal merkt man erst beim Erklären, ob man etwas wirklich verstanden hat.
Das kannst du auch beim Lenormand nutzen. Ziehe beispielsweise zwei oder drei Karten und versuche, deine Deutung jemandem in einfachen Worten zu erklären. Dabei geht es nicht darum, besonders professionell zu klingen. Im Gegenteil: Wenn du einen Zusammenhang verständlich erklären kannst, hast du meist selbst schon wesentlich klarer erfasst, was du eigentlich sagen möchtest.
Ein Gesprächspartner kann zusätzlich hilfreich sein. Du kannst eine kleine Legung machen und später gemeinsam überprüfen, welche Gedanken nachvollziehbar waren und wo du vielleicht zu kompliziert gedacht hast.
Aber auch ohne jemanden zum Üben funktioniert diese Methode. Erkläre deine Deutung einfach laut für dich selbst oder schreibe sie auf.
Genau dafür kann übrigens auch dein Lenormand-Tagebuch hilfreich sein. Dort hältst du deine ursprüngliche Deutung fest und kannst später nachvollziehen, wie du zu deiner Aussage gekommen bist.
Wenn du am besten durch Ausprobieren lernst
Lenormandkarten lassen sich wunderbar praktisch lernen. Du musst nicht erst alle 36 Kartenbedeutungen perfekt beherrschen, bevor du die Karten überhaupt in die Hand nehmen darfst.
Wenn du etwas Neues gelernt hast, probiere es direkt mit den Karten aus. Ziehe beispielsweise zwei oder drei Karten und beobachte, wie sich die einzelnen Bedeutungen miteinander verbinden lassen.
Dabei geht es zunächst nicht darum, möglichst schwierige Legungen zu beherrschen. Kleine Übungen reichen völlig aus.
Hast du beispielsweise gerade etwas über den Hund gelernt, ziehe eine zweite Karte dazu und frage dich: Was verändert sich? Welcher gemeinsame Gedanke entsteht aus beiden Karten?
Durch dieses Ausprobieren bemerkst du schnell, was du bereits verstanden hast und an welcher Stelle du noch einmal nachlesen möchtest.
Du kannst außerdem verschiedene Lernwege miteinander verbinden: Karte ansehen, Bedeutung lesen, eine kleine Legung ausprobieren und anschließend deine Gedanken notieren.
Genau diese Mischung ist häufig hilfreicher, als sich ausschließlich für eine einzige Lernmethode zu entscheiden.
Wie findest du heraus, welche Lernweise dir wirklich hilft?
Ich kann dir das ganz gut an mir selbst erklären.
Reine Videokurse, bei denen mir über längere Zeit hauptsächlich jemand etwas erzählt, sind beispielsweise überhaupt nicht mein Ding. Nach einigen Videos merke ich, wie meine Aufmerksamkeit nachlässt. Irgendwann muss ich mich regelrecht dazu überreden, weiterzumachen.
Ich brauche etwas zum Nachlesen. Ich möchte eine Karte anschauen, eine Erklärung verstehen und das Gelernte anschließend selbst ausprobieren können.
Ganz anders sieht es bei mir aus, wenn sich verschiedene Lernformen abwechseln. Ein kurzes Video kann mir einen Zusammenhang verdeutlichen. Danach möchte ich vielleicht noch einmal etwas nachlesen, die Karten selbst auslegen oder mit einer Übung überprüfen, ob ich es tatsächlich verstanden habe.
Und genau darin liegt für mich der entscheidende Punkt:
Du musst nicht herausfinden, welcher „Lerntyp“ du bist. Finde lieber heraus, wodurch du beim Lernen wirklich weiterkommst.
Beobachte dich eine Weile:
Bleibt etwas nur während des Lesens oder Anschauens verständlich – oder kannst du es später auch selbst anwenden?
Kannst du eine Kartenbedeutung mit eigenen Worten erklären?
Fällt es dir leichter, wenn du die Karte dabei vor dir siehst?
Oder verstehst du einen Zusammenhang erst richtig, nachdem du ihn selbst ausprobiert hast?
Es ist vollkommen normal, dass die Antwort je nach Lernaufgabe unterschiedlich ausfällt. Gerade deshalb kann eine Mischung aus Lesen, Anschauen, Ausprobieren und Überprüfen sinnvoll sein.
Probiere deinen eigenen Lernmix aus
Du musst dich nicht entscheiden, ob du lieber liest, hörst, Bilder anschaust oder praktisch übst. Probiere verschiedene Wege miteinander aus.
Nimm dafür beispielsweise eine Lenormandkarte, deren Bedeutung dir noch nicht ganz sicher ist.
Schau dir zunächst das Kartenbild bewusst an und lies anschließend die Grundbedeutung. Lege die Erklärung dann beiseite und versuche, die Karte mit deinen eigenen Worten zu beschreiben.
Danach kannst du eine zweite Karte dazulegen und überlegen, welcher gemeinsame Gedanke aus beiden Karten entstehen könnte.
Am nächsten Tag schaust du dir die erste Karte noch einmal an – diesmal ohne deine Unterlagen.
Was ist hängen geblieben?
Vielleicht erinnerst du dich sofort an das Bild. Vielleicht hörst du innerlich deine eigene Erklärung. Oder dir fällt zuerst die kleine Übung mit der zweiten Karte wieder ein.
Genau solche Beobachtungen sind viel hilfreicher als ein Test, der dir sagt: „Du bist Lerntyp A oder B.“
Mit der Zeit entwickelst du so eine Lernweise, die zu dir passt – und die sich auch verändern darf, wenn du beim Lenormandlernen weiterkommst.
Verschiedene Lernwege findest du auch in meinem Lenormand-Onlinekurs
Genau deshalb habe ich meinen Lenormandkurs nicht auf eine einzige Art des Lernens aufgebaut. Du kannst Erklärungen in Ruhe nachlesen, Zusammenhänge in Videos anschauen, das Gelernte mit den Karten praktisch ausprobieren und mit Übungen und Quiz überprüfen, was bereits sicher sitzt.
So kannst du verschiedene Lernwege miteinander verbinden und nach und nach herausfinden, was dir beim Lenormandlernen besonders hilft.