9er Legung mit Lenormand – Wage einen Blick in die Zukunft
Ein Legesystem zum Ausprobieren und Reflektieren
Das Jahr geht zu Ende.
Und oft entstehen genau in solchen Übergangsphasen Fragen.
Was nehme ich mit?
Was darf sich verabschieden?
Was verändert sich?
Gerade die letzten Monate eines Jahres – oder allgemein intensive Lebensphasen – bringen häufig Themen an die Oberfläche, die vorher im Alltag untergegangen sind.
Alte Muster zeigen sich.
Innere Konflikte werden sichtbarer.
Neue Gedanken entstehen.
Für genau solche Momente habe ich dieses Lenormand Legesystem mit 9 Karten entwickelt.
Die Legung soll nicht vorhersagen, was passieren wird.
Sie soll helfen zu erkennen:
Was verliert an Bedeutung?
Was beginnt sich zu verändern?
Und wohin entwickelt sich das Ganze?
Wie ziehst und legst du die Karten?
Ich selbst ziehe die Karten waagerecht.
Das bedeutet:
- erste drei Karten → Position 1, 4, 7
- zweite drei Karten → Position 2, 5, 8
- dritte drei Karten → Position 3, 6, 9
Du kannst die Karten natürlich auch klassisch nummeriert auslegen.
Für mich fühlte sich diese Variante stimmiger an.
→ Weiterlesen: Wie mische ich Lenormandkarten richtig?
Wie habe ich die Legung gedeutet?
Für mich war wichtig zu erkennen:
Welche Einflüsse aus dem vergangenen Jahr verlieren an Kraft?
Sind bestimmte Themen abgeschlossen?
Oder geht es weiter wie bisher?
Damit ich möglichst viele Informationen erhalte, deute ich in zwei Schritten.
Schritt 1 – Senkrecht lesen
Jede Spalte wird als Entwicklung gelesen.
Dabei gilt:
- obere Karte → Was nimmt ab?
- mittlere Karte → Wohin verändert es sich?
- untere Karte → Was entsteht daraus?
Die Beispieldeutung
Erste Entwicklung
Turm → Sonne → Park
Turm: Die Einsamkeit oder das Zurückziehen verlieren an Bedeutung.
Sonne: Es entsteht Energie, Erfolg und neue Lebenskraft.
Park: Die Entwicklung führt wieder nach außen.
Zusammen gelesen:
Was sich lange zurückgezogen oder isoliert angefühlt hat, beginnt sich langsam zu öffnen.
Zweite Entwicklung
Schlange → Sarg → Blumen
Schlange: Schwierigkeiten, Verwicklungen oder ein Transformationsprozess.
Sarg: Etwas geht zu Ende.
Blumen: Freude und Kreativität entstehen.
Zusammen gelesen:
Ein anstrengender innerer Prozess findet langsam seinen Abschluss.
Schritt 2 – Waagerecht lesen
Jetzt lese ich die Reihen.
Das geht
Turm – Schlange – Hund
Diese Reihe zeigt die Einflüsse, die bereits da waren.
Wir kommen aus einer Zeit:
- des Rückzugs
- innerer Prozesse
- Vertrauen trotz Unsicherheit
Das kommt
Sonne – Sarg – Schlüssel
Diese Reihe zeigt:
- Energie
- Abschluss
- Sicherheit
Es entsteht nicht mehr nur Hoffnung.
Sondern Gewissheit.
Beispiel: Was würde diese Legung in einer Beziehung bedeuten?
Die schwierige Beziehungsphase verabschiedet sich.
Die Zeit des Rückzugs und der Probleme verliert an Kraft.
Das Vertrauen war grundsätzlich vorhanden.
Aus Vertrauen entsteht Sicherheit.
Die Beziehung gewinnt an Qualität und Stabilität.
Am Anfang ist es tatsächlich am einfachsten, die einzelnen Kartenaussagen nacheinander aufzuschreiben. Dabei kann zunächst ein etwas umständlicher Satz entstehen – das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist zuerst, dass du den Zusammenhang der Karten richtig erfasst. Anschließend kannst du die Aussagen in eine natürlichere und verständlichere Sprache übertragen.
Gerade wenn du für einen anderen Menschen legst, solltest du nicht einfach eine Reihe einzelner Kartenbedeutungen vorlesen. Aus den Aussagen oben könnte zum Beispiel folgende Erklärung entstehen:
„Die schwierige Phase in der Beziehung scheint sich langsam zu lösen. Rückzug und Probleme verlieren an Einfluss. Das gegenseitige Vertrauen war trotz allem vorhanden und kann nun wieder für mehr Sicherheit sorgen. Dadurch gewinnt die Beziehung an Stabilität und Qualität.“
Die Deutung bleibt dabei dieselbe. Du veränderst nicht die Aussage der Karten, sondern nur die Art, wie du sie ausdrückst. Genau das macht aus einzelnen Kartenbedeutungen eine verständliche Deutung, mit der ein Mensch in der Praxis auch etwas anfangen kann.
Du möchtest Legesysteme nicht nur anwenden – sondern wirklich verstehen?
Solche freien Legungen wirken oft zunächst komplex. Im Onlinekurs zeige ich Schritt für Schritt: ✓ wie Legesysteme aufgebaut werden
✓ wie Karten logisch verbunden werden
✓ wie Aussagen entstehen
✓ wie du eigene Legungen entwickeln kannst
Variante: Nutze die Legung als Monatsvorschau
Du kannst dieses Legesystem auch zeitlich verwenden.
Frage:
Was kommt in den nächsten 3 Monaten auf mich zu?
Dann gilt:
- Reihe 1 → Monat 1
- Reihe 2 → Monat 2
- Reihe 3 → Monat 3
So erhält jede Reihe einen festen Zeitraum.
Noch ein Tipp: Entwickle dein eigenes Legesystem
Dieses Beispiel soll zeigen:
Du musst Legesysteme nicht starr übernehmen.
Du kannst sie verändern.
Oder eigene entwickeln.
Überlege dir:
- Was möchtest du wissen?
- Welche Perspektiven brauchst du?
- Wie viele Karten helfen dir?
Wichtig bleibt immer:
Der Fokus beim Ziehen bestimmt, worauf du später in der Deutung achtest.
→ Weiterlesen: Warum gute Fragen beim Kartenlegen so wichtig sind