Lenormandkarten mischen – Wie wichtig ist das Mischen wirklich?
Wie lange muss ich Lenormandkarten mischen? Gibt es eine bestimmte Mischtechnik, die besonders gut funktioniert? Und was mache ich mit einer Karte, die mir während des Mischens plötzlich aus der Hand fällt?
Gerade am Anfang können solche Fragen erstaunlich viel Unsicherheit auslösen. Schließlich möchte man nichts falsch machen, bevor die eigentliche Legung überhaupt begonnen hat.
Dabei ist das Mischen viel unkomplizierter, als es manchmal dargestellt wird. Es gibt keine vorgeschriebene Technik und auch keine bestimmte Anzahl an Mischvorgängen, die darüber entscheidet, ob eine Legung anschließend „funktioniert“.
Für mich gehört das Mischen trotzdem ganz selbstverständlich zum Kartenlegen dazu. Es verändert nicht nur die Reihenfolge der Karten. Es ist gleichzeitig der Moment, in dem ich mich mit meiner Frage beschäftige, etwas ruhiger werde und mich auf die anschließende Legung einstelle.
Welche Mischmethode du dafür benutzt, ist weniger wichtig als die Frage, ob du damit gut arbeiten kannst.
Warum das Mischen beim Kartenlegen mehr ist als nur Vorbereitung
Natürlich hat das Mischen zunächst einen ganz praktischen Zweck: Die Karten sollen vor einer neuen Legung wieder in eine andere Reihenfolge gebracht werden.
Für mich passiert dabei aber noch etwas anderes.
Wenn ich die Karten in die Hand nehme und beginne zu mischen, beschäftige ich mich bereits mit dem Thema, zu dem ich anschließend legen möchte. Ich muss dabei nicht drei Minuten hochkonzentriert meine Frage im Kopf wiederholen. Im Gegenteil – das würde mich eher nervös machen als intuitiver.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Du möchtest wissen, wie sich ein bevorstehendes Gespräch entwickelt. Bevor du mischst, formulierst du deine Frage:
„Wie entwickelt sich das Gespräch mit meiner Kollegin morgen?“
Damit ist klar, worum es in deiner Legung geht. Während des Mischens musst du nun nicht ununterbrochen an diese Formulierung denken. Du kannst die Karten mischen, zur Ruhe kommen und irgendwann entsteht vielleicht ganz selbstverständlich das Gefühl: Jetzt ist es genug.
Genau dieses Gefühl halte ich für viel wichtiger als die Frage, ob du zwanzig Sekunden oder zwei Minuten gemischt hast.
Ob du diesen Moment als Intuition, Konzentration oder einfach als dein persönliches Gespür bezeichnest, spielt für die praktische Arbeit keine große Rolle. Wichtig ist, dass du nicht versuchst, einen bestimmten Zustand zu erzwingen.
Kartenlegen wird nicht besser, weil wir uns beim Mischen besonders große Mühe geben, möglichst „intuitiv“ auszusehen.
Gibt es eine „richtige“ Art, Lenormandkarten zu mischen?
Nein. Und ich würde dir auch keine Mischtechnik empfehlen, nur weil jemand behauptet, dass Lenormandkarten genau auf diese Weise gemischt werden müssten.
Welche Methode angenehm ist, hängt unter anderem von der Größe deines Kartendecks, deinen Händen und schlicht von deiner Gewohnheit ab.
1. Lenormandkarten wie normale Spielkarten mischen
Bei einem kleineren Deck kannst du die Karten ganz klassisch in den Händen mischen. Wenn du diese Bewegung von normalen Spielkarten kennst, fühlt sie sich wahrscheinlich sofort vertraut an.
Du musst dabei übrigens nicht möglichst schnell oder besonders geschickt sein. Langsam und locker reicht vollkommen.
Gerade neue Karten sind manchmal sehr glatt. Dann rutscht schnell eine halbe Kartenladung auf den Tisch. Das ist noch keine außergewöhnliche Botschaft des Universums – manchmal sind neue Karten einfach nur rutschig.
Auch deshalb lohnt es sich, eine Mischmethode zu wählen, mit der du dein Deck gut in der Hand behalten kannst.
2. Karten auf dem Tisch vermischen
Wenn dir das Mischen in der Hand schwerfällt, kannst du die Karten verdeckt auf einer ausreichend großen Fläche verteilen und mit beiden Händen durcheinanderschieben. Anschließend sammelst du sie wieder zu einem Stapel zusammen.
Diese Methode eignet sich beispielsweise bei größeren Karten besonders gut.
Sie hat noch einen anderen Effekt: Die Karten verändern dabei nicht nur ihre Position, sondern können sich auch drehen. Das ist dann interessant, wenn du bewusst mit umgekehrten Karten arbeiten möchtest.
Wenn du umgekehrte Lenormandkarten dagegen nicht gesondert deutest, brauchst du darauf keine Rücksicht zu nehmen. Entscheidend ist auch hier nicht die Methode selbst, sondern dass sie für dich praktisch funktioniert.
3. Karten auffächern und intuitiv auswählen
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die gemischten Karten verdeckt aufzufächern und anschließend einzelne Karten herauszuziehen.
Streng genommen ersetzt das Auffächern das vorherige Mischen nicht unbedingt – es ist vielmehr eine andere Art des Kartenziehens.
Gerade für kleine Legungen mit drei, fünf oder sieben Karten mögen viele diese Variante, weil sie nicht einfach die obersten Karten des Stapels nehmen müssen. Du kannst mit der Hand über die Karten gehen und diejenige auswählen, bei der du spontan stoppen möchtest.
Auch daraus musst du keine komplizierte intuitive Übung machen.
Wenn du beispielsweise drei Karten ziehen möchtest und dein erster Impuls sagt: die hier, die dort und noch diese, dann nimm sie. Je länger du anschließend darüber nachdenkst, ob nicht vielleicht doch die Karte zwei Plätze weiter „richtiger“ gewesen wäre, desto unsicherer machst du dich meistens selbst.
Keine dieser Methoden erzeugt automatisch eine bessere Legung.
Probiere sie aus und beobachte, welche sich für dich natürlich anfühlt. Vielleicht mischst du dein Deck lieber in der Hand. Vielleicht auf dem Tisch. Vielleicht wechselst du sogar je nach Kartendeck oder Legung.
Du musst beim Kartenmischen keine richtige Technik finden. Du musst deine Technik finden.
Wie lange sollte man Lenormandkarten mischen?
Auch für die Dauer des Mischens gibt es keine feste Regel. Du musst weder eine bestimmte Anzahl an Mischbewegungen einhalten noch auf die Uhr schauen.
Ich selbst mische so lange, bis ich das Gefühl habe: Jetzt reicht es.
Das klingt zunächst vielleicht wenig konkret, ist in der Praxis aber einfacher, als man denkt. Wenn du regelmäßig mit deinen Karten arbeitest, entwickelst du mit der Zeit ganz automatisch ein Gefühl dafür, wann du aufhören möchtest.
Gerade als Anfänger kann genau das allerdings verunsichern. Woher soll man schließlich wissen, wann die Karten „genug“ gemischt sind?
Dann mach es dir nicht unnötig schwer.
Formuliere deine Frage, beginne zu mischen und höre auf, wenn es sich für dich richtig anfühlt. Wenn dieses Gefühl anfangs noch nicht vorhanden ist, entscheidest du einfach selbst: So, das genügt jetzt.
Du kannst dabei nichts verpassen.
Ein typisches Beispiel:
Du möchtest wissen, wie sich eine neue Bekanntschaft weiterentwickelt. Du formulierst deine Frage und beginnst zu mischen. Nach einer Weile hast du plötzlich den Impuls aufzuhören – mischst aber weiter, weil du dir denkst:
War das jetzt wirklich der richtige Moment? Vielleicht sollte ich sicherheitshalber noch ein bisschen länger mischen.
Und genau hier beginnt häufig das eigentliche Problem. Nicht das Mischen macht dich unsicher, sondern das anschließende Kontrollieren deines eigenen Impulses.
Das begegnet uns beim Kartenlegen später übrigens immer wieder. Eine erste Bedeutung erscheint eigentlich ziemlich klar – und dann denken wir so lange darüber nach, bis wir drei weitere Möglichkeiten gefunden haben und gar nichts mehr sicher wissen.
Beim Mischen kannst du deshalb schon etwas sehr Nützliches üben: eine Entscheidung treffen und sie stehen lassen.
Wenn dein Gefühl sagt, dass es reicht, dann reicht es.
Und wenn du an einem anderen Tag länger oder kürzer mischst, ist das genauso in Ordnung.
Muss ich anders mischen, wenn ich für jemand anderen die Karten lege?
Wenn ich für jemand anderen die Karten lege, mische ich meine Karten immer selbst. Meine Arbeitskarten gebe ich grundsätzlich nicht aus der Hand.
Das ist keine Regel, die du beim Lenormandkartenlegen ebenfalls befolgen musst. Es ist meine ganz persönliche Erfahrung, die sich über viele Jahre entwickelt hat.
Ich habe festgestellt, dass meine Karten für mich in ihren Aussagen wesentlich präziser sind, wenn ausschließlich ich mit ihnen arbeite. Sobald andere meine Arbeitskarten in die Hand genommen und selbst gemischt haben, hatte ich immer wieder das Gefühl, dass mir diese gewohnte Klarheit bei der anschließenden Deutung fehlt.
Deshalb bin ich irgendwann zu einer ganz einfachen Lösung gekommen: An meine Arbeitskarten lasse ich niemand anderen mehr ran.
Wenn ich beispielsweise für eine andere Person zu einer Beziehungsfrage lege, klären wir zunächst gemeinsam, worum es genau geht. Die Frage könnte etwa lauten:
„Wie entwickelt sich die Beziehung zwischen mir und meinem Partner in den nächsten drei Monaten?“
Anschließend nehme ich meine Karten, beschäftige mich mit dieser Frage und mische selbst. Die andere Person muss das Kartendeck dafür weder berühren noch eine Karte daraus ziehen.
Das funktioniert genauso, wenn die Person gar nicht bei mir sitzt. Viele meiner Beratungen habe ich schriftlich durchgeführt. Die betreffende Person konnte meine Karten also überhaupt nicht selbst mischen oder ziehen – und für meine Arbeitsweise war das auch nie notwendig.
Vielleicht wirst du beim Lernen ganz andere Erfahrungen machen. Es gibt Kartenleger, die ihre Klienten bewusst selbst mischen oder Karten ziehen lassen. Wenn sich das für dich richtig anfühlt und du damit gute Erfahrungen machst, gibt es keinen Grund, es anders zu machen.
Ich würde dir deshalb auch hier keine vermeintlich richtige Vorgehensweise vorschreiben.
Beobachte stattdessen, womit deine eigenen Deutungen für dich am klarsten werden.
Für mich gehört dazu ganz eindeutig, dass meine Arbeitskarten nur von mir benutzt werden. Das ist keine geheimnisvolle Vorschrift und kein Ritual, das für eine gute Legung zwingend erforderlich wäre. Es ist schlicht die Arbeitsweise, mit der ich über die Jahre die besten Erfahrungen gemacht habe.
Was bedeuten Karten, die beim Mischen herausfallen?
Eine Frage begegnet beim Kartenmischen besonders häufig: Was mache ich mit einer Karte, die plötzlich aus dem Deck fällt oder regelrecht herausspringt?
Ich würde zunächst nicht jeder herausgefallenen Karte automatisch eine besondere Bedeutung geben.
Gerade neue Lenormandkarten können ziemlich glatt sein. Manchmal hat man das Deck nicht richtig im Griff, zwei Karten kleben aneinander oder beim Mischen landet gleich ein halber Stapel auf dem Tisch.
Dann ist für mich die Sache recht einfach: Karten einsammeln und weitermischen.
Nicht jedes kleine Missgeschick beim Mischen muss zu einer zusätzlichen Botschaft werden. Sonst bist du irgendwann mehr damit beschäftigt, heruntergefallene Karten zu analysieren, als mit der eigentlichen Legung.
Anders gehe ich damit um, wenn eine einzelne Karte ganz auffällig aus dem Deck springt.
Solche Karten schaue ich mir durchaus an. Ich sehe sie allerdings nicht automatisch als Bestandteil der eigentlichen Legung, sondern zunächst als einen zusätzlichen Hinweis. Manchmal passt dieser Hinweis erstaunlich genau zu der Frage, mit der ich mich gerade beschäftige.
Ein Beispiel mit Ruten und Hund
Stell dir vor, du möchtest die Karten zu einem Thema mischen, das dich schon länger beschäftigt. Während des Mischens fällt dir plötzlich ganz deutlich die Karte Ruten heraus.
Die Ruten können unter anderem für Gespräche, Diskussionen und Auseinandersetzungen stehen. Je nach Frage können sie aber auch darauf hinweisen, dass ein Thema immer wieder durchgesprochen oder gedanklich hin- und herbewegt wird.
Allein damit weißt du allerdings noch nicht, was dir diese herausgefallene Karte in deinem konkreten Fall sagen soll.
Nehmen wir deshalb an, im weiteren Zusammenhang kommt der Hund hinzu. Der Hund steht unter anderem für Vertrauen, Verlässlichkeit, Unterstützung und Freundschaft.
Jetzt entsteht aus den beiden Karten bereits ein viel konkreterer Gedanke.
Wenn du wegen eines Problems ständig grübelst und dieselben Überlegungen wieder und wieder durchgehst, könnten Ruten und Hund beispielsweise darauf aufmerksam machen:
Rede mit jemandem, dem du vertraust, statt das Problem nur mit dir selbst auszumachen.
Bei einer anderen Ausgangsfrage könnte dieselbe Kombination etwas anderes bedeuten. Geht es beispielsweise bereits um eine Freundschaft, könnten Ruten + Hund vielmehr ein Gespräch oder eine Auseinandersetzung innerhalb dieser Freundschaft beschreiben.
Und genau deshalb finde ich solche Beispiele wichtig: Eine herausgefallene Karte hat keine festgeschriebene Sonderbedeutung. Sie muss immer zu der Frage und zum jeweiligen Zusammenhang betrachtet werden.
Was mache ich mit einer herausgefallenen Karte?
Wenn mir beim Mischen eine einzelne Karte auffällig aus dem Deck fällt, schaue ich sie mir kurz an. Für mich kann sie einen ersten Hinweis auf das Thema geben, mit dem ich mich gerade beschäftige.
Wichtig ist dabei aber: Diese Karte gehört noch nicht zur eigentlichen Legung.
Ich nehme ihre Aussage lediglich als kurzen Vorabhinweis wahr und lege sie anschließend wieder zurück in das Kartendeck. Danach mische ich weiter und beginne erst dann mit der eigentlichen Legung.
Das ist besonders wichtig, wenn du ein großes Kartenbild mit allen 36 Lenormandkarten legen möchtest. Würdest du die herausgefallene Karte beiseitelegen, wäre das Deck nicht mehr vollständig.
Aber auch bei kleineren Legungen gebe ich die Karte wieder zurück.
Denn vielleicht wird genau diese Karte in der anschließenden Legung noch einmal gebraucht, um gemeinsam mit den anderen Karten eine wichtige Aussage zu bilden. Sie soll deshalb nicht fehlen, nur weil sie vorher beim Mischen bereits einmal auf sich aufmerksam gemacht hat.
Ein Beispiel:
Beim Mischen zu einer Beziehungsfrage fällt dir der Hund heraus. Du nimmst ihn zunächst als kleinen Vorabhinweis wahr: Vertrauen, Verlässlichkeit oder vielleicht auch das Thema Freundschaft könnten bei deiner Frage eine Rolle spielen.
Dann kommt der Hund zurück ins Deck.
Taucht er später in deiner eigentlichen Legung neben einer anderen Karte wieder auf, wird er dort ganz normal im Zusammenhang des Kartenbildes gedeutet. Seine Position und seine umliegenden Karten können nun wesentlich genauer zeigen, welche Rolle das Thema Vertrauen tatsächlich spielt.
Der erste Hinweis beim Mischen ersetzt also niemals die eigentliche Deutung.
Für mich ist eine herausgefallene Karte eher wie ein kurzes: „Schau einmal hin – dieses Thema könnte gleich wichtig werden.“ Was sie tatsächlich bedeutet, entscheidet sich aber erst durch die anschließende Legung.
Wenn mir dagegen mehrere Karten gleichzeitig aus der Hand rutschen, mache ich daraus keine zusätzliche Legung. Dann sammle ich sie einfach wieder ein und mische weiter.
Eine auffällig herausfallende Karte kann ein Hinweis sein. Ein heruntergefallener Kartenstapel ist meistens einfach ein heruntergefallener Kartenstapel.
Was tun, wenn die Karten nach dem Mischen keinen Sinn ergeben?
Du hast deine Frage gestellt, die Karten gemischt und ausgelegt – und trotzdem ergibt das Kartenbild für dich überhaupt keinen Sinn.
Das passiert. Und es bedeutet nicht automatisch, dass du falsch gemischt hast.
Gerade am Anfang liegt der Gedanke nahe: Vielleicht habe ich nicht lange genug gemischt. Vielleicht hätte ich an einer anderen Stelle aufhören oder andere Karten ziehen sollen.
Dann werden die Karten wieder eingesammelt, neu gemischt und noch einmal gelegt.
Genau das würde ich nicht machen.
Denn wenn du bei jeder unklaren Aussage sofort neu mischst und erneut legst, entsteht schnell ein anderes Problem: Irgendwann liegen mehrere Kartenbilder vor dir und du suchst dir unbewusst dasjenige heraus, dessen Aussage dir am besten gefällt oder am verständlichsten erscheint.
Schau zuerst auf die Frage
Bevor du an deiner Mischtechnik zweifelst, prüfe lieber, ob deine Frage überhaupt eindeutig genug war.
Ein Beispiel:
„Was passiert in nächster Zeit?“
Damit können die Karten theoretisch alles Mögliche aufgreifen – Beziehung, Beruf, Familie, eine Nachricht oder irgendein anderes Thema. Entsprechend schwierig kann es sein, die Karten anschließend einzuordnen.
Anders sieht es bei einer Frage aus wie:
„Wie entwickelt sich der Kontakt zwischen mir und Person X in den nächsten vier Wochen?“
Jetzt hast du einen klaren Themenbereich und einen zeitlichen Rahmen. Dadurch wird es wesentlich leichter, das Kartenbild in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen.
Nicht so lange legen, bis die gewünschte Antwort erscheint
Besonders schwierig wird es, wenn uns eine Antwort emotional sehr wichtig ist.
Nehmen wir an, du möchtest wissen, ob sich eine bestimmte Person wieder bei dir meldet. Die erste Legung ist für dich nicht eindeutig – oder sie zeigt vielleicht nicht das, was du dir erhofft hast.
Also mischst du noch einmal.
Und vielleicht ein drittes Mal.
Irgendwann erhältst du zwangsläufig andere Karten. Nur weißt du anschließend nicht mehr, welches Kartenbild du eigentlich ernst nehmen möchtest.
In solchen Situationen lege ich die Karten lieber zur Seite.
Vielleicht sehe ich später noch einmal mit etwas Abstand auf die ursprüngliche Legung. Manchmal fällt dann plötzlich eine Verbindung auf, die ich vorher übersehen habe. Oder ich stelle fest, dass meine Frage zu ungenau war und formuliere sie beim nächsten Mal besser.
Eine unklare Legung lässt sich nicht dadurch verbessern, dass wir so lange neu mischen, bis uns die Karten verständlicher erscheinen.
Und auch hier gilt: Das Problem liegt nicht automatisch beim Mischen.
Manchmal fehlt noch Erfahrung beim Verbinden der Karten. Manchmal war die Frage ungünstig formuliert. Und manchmal sind wir bei einem Thema selbst so stark beteiligt, dass es schwerfällt, das Kartenbild nüchtern zu betrachten.
Das gehört zum Lernen dazu.
Mein persönlicher Tipp zum Kartenmischen
Mach aus dem Mischen keine kompliziertere Angelegenheit, als es sein muss.
Gerade wenn du das Kartenlegen erst lernst, begegnen dir schnell viele unterschiedliche Empfehlungen: Wie lange soll gemischt werden? Muss abgehoben werden? Darf jemand anderes die Karten berühren? Was bedeutet eine herausfallende Karte? Und woran erkennst du überhaupt, dass du mit dem Mischen fertig bist?
Wenn du versuchst, all diese vermeintlichen Regeln gleichzeitig zu beachten, bist du gedanklich schon völlig beschäftigt, bevor die erste Karte auf dem Tisch liegt.
Ich halte es deshalb wesentlich einfacher.
Ich nehme meine Karten in die Hand, formuliere meine Frage und beginne zu mischen. Irgendwann kommt für mich der Moment, an dem es genug ist. Dann höre ich auf und lege die Karten aus.
Meine Arbeitskarten mische ausschließlich ich selbst. Fällt mir dabei eine einzelne Karte auffällig heraus, nehme ich ihren Hinweis kurz wahr, gebe sie wieder zurück ins Deck und mische weiter.
Mehr brauche ich persönlich nicht.
Wenn du gerade erst anfängst, wirst du vielleicht noch nicht dieses selbstverständliche Gefühl dafür haben. Das ist völlig normal. Es entsteht durch die Arbeit mit den Karten – nicht dadurch, dass du möglichst viele Regeln zum richtigen Mischen lernst.
Vielleicht hilft dir zu Beginn eine ganz einfache Reihenfolge:
Frage formulieren – Karten mischen – aufhören, wenn es für dich genug ist – Karten legen – bei dieser Legung bleiben.
Und wenn du beim ersten Mal noch denkst: „Ich habe überhaupt keine Ahnung, ob das jetzt genug gemischt war“, dann entscheide einfach, dass es genug ist.
Auch das ist eine Entscheidung.
Mit zunehmender Erfahrung wirst du wahrscheinlich feststellen, dass du über das Mischen irgendwann kaum noch nachdenkst. Es wird zu einem selbstverständlichen Teil deiner Legung – ähnlich wie du beim Schreiben nicht jedes Mal darüber nachdenkst, wie du einen Stift richtig halten musst.
Genau dort möchtest du hin.
Das Mischen soll dich auf deine Legung vorbereiten und nicht zu einer zusätzlichen Fehlerquelle werden, über die du ständig nachdenken musst.
Wenn aus dem Mischen eine verständliche Deutung werden soll
Das Mischen selbst ist schnell gelernt. Die eigentliche Herausforderung beginnt meist erst, wenn die Karten vor dir liegen: Wie werden aus einzelnen Kartenbedeutungen verständliche und nachvollziehbare Aussagen?
Genau das lernst du in meinem Lenormand Online-Kurs Schritt für Schritt. Nicht durch das Auswendiglernen unzähliger Kombinationen, sondern indem du verstehst, wie Karten miteinander arbeiten und wie aus einem Kartenbild eine schlüssige Deutung entsteht.
So entwickelst du nach und nach die Sicherheit, die beim Kartenlegen viel wichtiger ist als die Frage, ob du zwanzig Sekunden länger oder kürzer gemischt hast.
Lenormand Online-Kurs ansehenFazit: Beim Kartenmischen gibt es nicht die eine richtige Methode
Lenormandkarten zu mischen ist keine Wissenschaft. Du brauchst weder eine vorgeschriebene Mischtechnik noch eine bestimmte Anzahl an Mischbewegungen.
Probiere aus, womit du gut zurechtkommst, und entwickle mit der Zeit deine eigene Vorgehensweise. Für mich bedeutet das beispielsweise, meine Arbeitskarten immer selbst zu mischen und niemand anderen damit arbeiten zu lassen. Eine einzelne auffällig herausfallende Karte nehme ich als kurzen Hinweis wahr, bevor sie zurück ins Deck kommt und die eigentliche Legung beginnt.
Vielleicht entwickelt sich deine persönliche Arbeitsweise etwas anders. Das ist völlig in Ordnung.
Wichtig ist vor allem, dass du nicht schon beim Mischen anfängst, an dir und deinen Karten zu zweifeln. Das Mischen soll dir den Einstieg in die Legung erleichtern – nicht eine weitere Sammlung von Regeln schaffen, die du richtig machen musst.
Mit der Zeit wird dieser Teil des Kartenlegens ganz selbstverständlich. Und dann bleibt deine Aufmerksamkeit dort, wo sie wirklich gebraucht wird: bei der Frage, dem Kartenbild und deiner Deutung.
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