Kartenlegen für Anfänger – So lernst du die Lenormandkarten ohne Überforderung
Wenn du gerade mit dem Kartenlegen beginnst, kann Lenormand zunächst erstaunlich umfangreich wirken: 36 Karten, unterschiedliche Bedeutungen, Kombinationen, verschiedene Legesysteme – und überall findest du noch einen weiteren Tipp, den du angeblich unbedingt kennen solltest.
Kein Wunder, wenn irgendwann die Frage auftaucht:
Wo fange ich eigentlich an?
Die gute Nachricht ist: Du musst nicht alles gleichzeitig lernen.
Für einen sicheren Einstieg ist es viel hilfreicher, die Lenormandkarten Schritt für Schritt kennenzulernen und erst dann weiterzugehen, wenn du die grundlegenden Zusammenhänge verstanden hast.
Genau dabei soll dir dieser Anfängerleitfaden helfen.
Du erfährst, womit du beim Lenormandlernen sinnvoll beginnen kannst, warum kleine Legungen zunächst vollkommen ausreichen und welche typischen Umwege du dir sparen kannst. Außerdem schauen wir uns eine einfache Beispiellegung an, damit aus der Theorie etwas wird, das du tatsächlich nachvollziehen kannst.
Dabei geht es nicht darum, nach diesem Artikel bereits „perfekt“ Karten legen zu können. Du sollst vielmehr einen klaren roten Faden bekommen und wissen, was dein nächster sinnvoller Lernschritt ist.
1. Beginne mit den Grundbedeutungen der Lenormandkarten
Bevor du mehrere Karten miteinander kombinierst, solltest du zunächst wissen, wofür die einzelnen Lenormandkarten grundsätzlich stehen.
Das bedeutet nicht, dass du zu jeder der 36 Karten sofort eine lange Liste von Bedeutungen auswendig können musst. Viel wichtiger ist, dass du das Grundthema einer Karte verstehst.
Nehmen wir das Buch als Beispiel.
Das Buch kann unter anderem für Wissen, Lernen oder Informationen stehen. Gleichzeitig kann es darauf hinweisen, dass etwas noch nicht bekannt oder offengelegt ist.
Wenn du diesen Grundgedanken verstanden hast, musst du dir nicht für jede denkbare Situation eine neue Bedeutung merken. Du kannst überlegen, wie das Thema der Karte zur jeweiligen Frage passt.
Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zwischen Auswendiglernen und Verstehen.
Am Anfang reicht es deshalb vollkommen aus, wenn du dich mit den Karten einzeln beschäftigst und ihre wichtigsten Grundthemen kennenlernst. Die Feinheiten entwickeln sich später durch Übung und Erfahrung.
Wenn du dabei eine Karte nachschlagen möchtest, findest du auf meiner Website die ausführlichen Bedeutungen aller 36 Lenormandkarten mit Erklärungen und Beispielen.
2. Verbinde zunächst nur zwei Lenormandkarten
Sobald dir die Grundthemen der einzelnen Karten vertrauter werden, kommt der nächste Schritt: Du beginnst, Karten miteinander zu verbinden.
Gerade hier geraten Anfänger häufig in die nächste Falle. Im Internet und in Büchern findet man unzählige fertige Kombinationen nach dem Muster:
Karte A + Karte B = Bedeutung X
Solche Beispiele können eine erste Orientierung geben. Problematisch wird es erst, wenn du versuchst, möglichst viele davon auswendig zu lernen.
Denn eine Kartenkombination steht nicht unabhängig von der gestellten Frage immer für dieselbe Aussage.
Ein einfaches Beispiel sind die Wege und der Fuchs.
Die Wege bringen das Thema Entscheidung oder verschiedene Möglichkeiten mit. Der Fuchs fordert unter anderem dazu auf, genauer hinzusehen und etwas kritisch zu prüfen.
Zusammen könnte daraus beispielsweise der Gedanke entstehen:
„Prüfe deine Entscheidung sorgfältig, bevor du dich festlegst.“
Bei einer anderen Frage kann sich daraus eine andere passende Aussage ergeben. Entscheidend ist deshalb nicht, einen fertigen Satz wiederzuerkennen, sondern nachvollziehen zu können, wie du von den einzelnen Karten zu deiner gemeinsamen Aussage gekommen bist.
Für den Anfang sind zwei Karten vollkommen ausreichend. Frage dich:
Was bringt jede Karte in die Kombination ein – und wie verändert sich dadurch die gemeinsame Aussage?
Wenn du dieses Prinzip sicherer beherrschst, kannst du später Schritt für Schritt weitere Karten hinzunehmen.
Wenn du das ausprobieren möchtest, findest du hier weitere Beispiele für einfache 2er-Kombinationen mit Lenormandkarten.
Wenn aus Kartenbedeutungen langsam echte Deutungen werden
Die einzelnen Karten kennenzulernen ist der erste Schritt. Schwieriger wird es oft in dem Moment, in dem mehrere Karten vor dir liegen und daraus eine verständliche Aussage entstehen soll.
Dann hilft meist nicht die nächste lange Liste mit fertigen Kombinationen, sondern ein Lernweg, bei dem ein Schritt auf dem anderen aufbaut.
In meinem Lenormand-Onlinekurs begleite ich dich deshalb Schritt für Schritt von den Grundbedeutungen bis zur selbstständigen Deutung größerer Kartenbilder – ruhig, nachvollziehbar und in deinem eigenen Tempo.
- die Grundbedeutungen der Karten wirklich verstehen
- Karten Schritt für Schritt miteinander verbinden
- kleine und später umfangreichere Legungen nachvollziehbar deuten
- mit Erklärungen, Übungen und Tests gezielt weiterlernen
- deine eigenen Deutungen zunehmend sicherer begründen
Du musst dabei nicht alles auf einmal können. Entscheidend ist, dass du verstehst, warum du zu einer Deutung kommst.
3. Beginne mit kleinen Legungen
Wenn die ersten Kartenbedeutungen sitzen und du begonnen hast, zwei Karten miteinander zu verbinden, möchtest du wahrscheinlich irgendwann mehr Karten auslegen.
Das Große Blatt mit allen 36 Lenormandkarten wirkt natürlich besonders spannend. Für den Einstieg ist es aber meist sinnvoller, zunächst bei kleinen Legungen zu bleiben.
Zwei oder drei Karten reichen vollkommen aus, um etwas Entscheidendes zu üben: Zusammenhänge erkennen und daraus eine verständliche Aussage formulieren.
Bei drei Karten kannst du beispielsweise mit festen Positionen arbeiten oder die Karten als kleine Reihe miteinander verbinden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, was du gerade üben möchtest.
Der Vorteil kleiner Legungen liegt darin, dass du noch nachvollziehen kannst, warum du zu deiner Deutung gekommen bist. Bei sehr vielen Karten gleichzeitig verliert man als Anfänger dagegen schnell den roten Faden.
Wenn du noch ganz am Anfang stehst, kann auch eine einzelne Tageskarte eine gute Möglichkeit sein, dich mit den Karten vertraut zu machen.
Weiter unten im Artikel zeige ich dir außerdem anhand der Karten Berg – Wege – Sonne, wie eine kleine 3er-Legung Schritt für Schritt aussehen kann.
4. Bleibe am Anfang bei einem klaren Deutungssystem Neuer Text
Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, zu jeder Karte möglichst viele verschiedene Erklärungen zu suchen.
Ein Buch sagt etwas anderes als ein Video, auf Pinterest findest du noch eine weitere Bedeutung und irgendwo im Internet erklärt jemand dieselbe Karte wieder etwas anders.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine dieser Deutungen falsch sein muss.
Eine Karte kann unterschiedliche Facetten besitzen, und auch die gestellte Frage sowie die umliegenden Karten spielen bei der Deutung eine Rolle. Für Anfänger ist es jedoch schwierig einzuschätzen, warum jemand zu einer bestimmten Bedeutung kommt.
Deshalb ist es sinnvoll, zunächst mit einem klaren Grundsystem zu arbeiten.
Lerne die grundlegenden Bedeutungen kennen und versuche zu verstehen, wie daraus eine Deutung entsteht. Wenn diese Basis sicherer wird, kannst du andere Sichtweisen viel besser einordnen und vergleichen.
Du musst dich also nicht für immer auf ein einziges Buch oder eine einzige Lehrmeinung festlegen.
Es geht vielmehr darum, dir zunächst ein stabiles Fundament aufzubauen, bevor du immer weitere Bedeutungsvarianten daraufsetzt.
Ein gutes Zeichen dafür, dass deine Grundlage wächst, ist übrigens nicht, dass du besonders viele Bedeutungen kennst – sondern dass du erklären kannst, warum eine Karte für dich in dieser konkreten Legung etwas Bestimmtes bedeutet.
5. Übe regelmäßig – aber erwarte keine Perfektion
Eine Kartenbedeutung einmal zu lesen bedeutet noch nicht, dass sie bei der nächsten Legung automatisch abrufbar ist.
Das ist vollkommen normal.
Gerade am Anfang wird es Situationen geben, in denen du eine Karte anschaust und denkst: „Ich wusste das doch gestern noch.“
Lass dich davon nicht verunsichern.
Beim Lenormandlernen entsteht Sicherheit durch Wiederholung und Anwendung. Je öfter du dich mit den Karten beschäftigst, desto leichter wirst du Grundbedeutungen wiedererkennen und Zusammenhänge nachvollziehen können.
Dabei musst du nicht jeden Tag stundenlang lernen. Kleine, regelmäßige Übungseinheiten können viel sinnvoller sein als ein langer Lernabend, nach dem du erst einmal eine Woche keine Karten mehr sehen möchtest.
Wichtig ist vor allem, dass du das Gelernte immer wieder selbst anwendest.
Und wenn eine Deutung einmal überhaupt nicht passt? Dann ist das kein Beweis dafür, dass du nicht Karten legen kannst. Schau dir lieber noch einmal an, wie du zu deiner Aussage gekommen bist. Genau aus solchen Situationen lässt sich oft besonders viel lernen.
Wenn du verschiedene Möglichkeiten zum Üben kennenlernen möchtest, findest du hier meine 6 Tipps zum Lenormandkarten lernen und sicheren Deuten.
6. Stelle eine klare Frage, bevor du die Karten legst
Eine gute Deutung beginnt nicht erst beim Auslegen der Karten. Sie beginnt bereits bei der Frage.
Je allgemeiner deine Frage formuliert ist, desto größer wird meistens auch der Spielraum bei der anschließenden Deutung.
Nehmen wir dein bisheriges Beispiel:
„Kommt das Geld?“
Selbst wenn du daraus eine positive Tendenz liest, bleiben viele Dinge offen. Geht es um eine bestimmte Zahlung? Wann soll sie kommen? Und welche Entwicklung möchtest du eigentlich betrachten?
Hilfreicher wäre beispielsweise:
„Wie entwickelt sich die Situation rund um die ausstehende Zahlung in den nächsten vier Wochen?“
Damit hast du ein konkretes Thema und einen klaren Zeitraum. Das macht es anschließend wesentlich leichter, die Karten im Zusammenhang mit deiner eigentlichen Frage zu betrachten.
Bevor du mischst, kannst du deshalb kurz überlegen:
Was möchte ich wirklich wissen – und worauf genau soll sich meine Legung beziehen?
Wenn du deine Frage in einem klaren Satz formulieren kannst, hast du bereits eine wichtige Grundlage für eine nachvollziehbare Deutung geschaffen.
Möchtest du genauer wissen, welche Fragen sich eignen, wie du zu allgemeine Fragen besser formulierst und warum die Fragestellung deine Deutung beeinflusst? Dann lies meinen ausführlichen Beitrag „Klare Fragen beim Kartenlegen stellen – so deutest du Lenormand besser“.
Beispiel für Anfänger: Eine einfache 3er-Legung
Schauen wir uns nun an einem kleinen Beispiel an, wie aus einzelnen Karten Schritt für Schritt eine zusammenhängende Aussage entstehen kann.
Angenommen, du möchtest wissen:
„Wie entwickelt sich meine berufliche Situation in den nächsten drei Monaten?“
Du legst drei Karten und gibst ihnen folgende Positionen:
- Vergangenheit → Der Berg
- Gegenwart → Die Wege
- Tendenz → Die Sonne
Der Berg – Vergangenheit
Der Berg kann für Hindernisse, Verzögerungen oder Stillstand stehen.
Auf der Position der Vergangenheit könnte er darauf hinweisen, dass es beruflich zuletzt nur schwer voranging oder dass etwas deinen weiteren Weg blockiert hat.
Die Wege – Gegenwart
Die Wege bringen Entscheidungen und verschiedene Möglichkeiten ins Spiel.
In der Gegenwart könnte das bedeuten, dass nun eine Entscheidung ansteht oder sich mehrere berufliche Möglichkeiten zeigen.
Die Sonne – Tendenz
Die Sonne steht unter anderem für Klarheit, Erfolg und eine positive Entwicklung.
Als Tendenz spricht sie dafür, dass sich die Situation nach der Entscheidung deutlich aufhellen kann.
Jetzt verbinden wir die drei Karten
Und genau hier beginnt die eigentliche Deutung.
Wir haben nicht einfach:
Berg = Hindernis Wege = Entscheidung Sonne = Erfolg
sondern versuchen, daraus einen Zusammenhang zu bilden.
Eine mögliche Gesamtaussage wäre:
„Nach einer Phase, in der es beruflich nur langsam voranging, entsteht jetzt eine Entscheidungssituation. Wenn ein klarer Weg gewählt wird, zeigt die weitere Entwicklung eine positive Tendenz.“
Damit haben wir aus drei einzelnen Karten eine nachvollziehbare Aussage entwickelt.
Und genauso solltest du am Anfang üben: nicht möglichst viele Bedeutungen in eine Legung hineinpacken, sondern überlegen, welche Geschichte die Karten gemeinsam im Zusammenhang mit deiner Frage erzählen.
Dein erster eigener Versuch mit zwei Karten
Wenn du das Beispiel nachvollziehen konntest, probiere es jetzt selbst mit nur zwei Karten aus.
Wähle dafür eine konkrete Frage aus einer Situation, die du gut kennst. Zum Beispiel:
„Worauf sollte ich bei meinem heutigen Gespräch besonders achten?“
Ziehe anschließend zwei Karten.
Notiere dir zunächst die Grundbedeutung jeder einzelnen Karte und versuche danach, aus beiden Karten einen gemeinsamen Satz zu formulieren.
Frage dich dabei:
- Was bringt die erste Karte in meine Aussage ein?
- Was verändert oder ergänzt die zweite Karte?
- Welche gemeinsame Aussage passt zu meiner ursprünglichen Frage?
Versuche zunächst, deine eigene Deutung zu formulieren, bevor du nach einer fertigen Kartenkombination suchst.
Es geht bei dieser Übung nicht darum, sofort die „perfekte“ Antwort zu finden. Viel wichtiger ist, dass du nachvollziehen kannst, wie du von zwei einzelnen Karten zu einer gemeinsamen Aussage gekommen bist.
Wenn du solche kleinen Übungen später noch einmal überprüfen möchtest, kannst du deine Frage, die Karten und deine ursprüngliche Deutung in einem Lenormand-Tagebuch festhalten.
Fazit: So gelingt dein Einstieg ins Kartenlegen
Wenn du gerade erst mit den Lenormandkarten beginnst, musst du nicht möglichst schnell möglichst viel lernen.
Ein sinnvoller Einstieg entsteht vielmehr Schritt für Schritt: Zuerst lernst du die Grundthemen der einzelnen Karten kennen. Danach beginnst du, zwei Karten miteinander zu verbinden, probierst kleine Legungen aus und achtest darauf, deine Fragen klar zu formulieren.
Mit der Zeit wird aus einzelnen Kartenbedeutungen ein Zusammenhang – und genau dort beginnt das eigentliche Deuten.
Du wirst dabei nicht jede Legung sofort verstehen und ganz sicher auch einmal danebenliegen. Das gehört zum Lernen dazu. Entscheidend ist, dass du nachvollziehen kannst, warum du zu einer bestimmten Aussage gekommen bist, und aus deinen Erfahrungen weiterlernst.
Du brauchst dafür weder hunderte auswendig gelernte Kombinationen noch möglichst komplizierte Legesysteme. Ein solides Fundament trägt dich langfristig wesentlich weiter.
Wenn du dir dabei eine klare Lernstruktur wünschst
Wenn du diese Schritte nicht allein aus verschiedenen Informationen zusammensetzen möchtest, findest du in meinem Lenormand-Onlinekurs einen vollständig aufgebauten Lernweg – von den Grundbedeutungen über Kartenkombinationen und Übungen bis hin zu größeren Legungen.
Du kannst dabei in deinem eigenen Rhythmus lernen und Erklärungen, Videos, Übungen und Tests miteinander verbinden.